Ein Kommentar von Dac Sprengel, Vorsitzender des VdeH

Zusätzlich zum erst vor wenigen Wochen verabschiedeten Tabakerzeugnisgesetz, der Umsetzung einer EU-Richtlinie, beschloss die Bundesregierung bereits heute hierzu wieder ein Änderungsgesetz, das weitere Beschränkungen bei Werbung und Informationsmöglichkeiten bringen soll.

Nun könnte man meinen, die EU-Vorgaben seien vielleicht lasch oder ungenügend und deshalb weitere Regelungen nötig, doch das ist gar nicht der Fall – im Gegenteil. Vielmehr möchte man wohl eine europaweite Vorreiterrolle in der Tabakprävention übernehmen und nebenbei den prinzipiell gut gemeinten Forderungen der mächtigen Tabakgegner auch im Bereich der eZigaretten nachkommen.

Doch ist das wirklich so? Sind die Forderungen der Antitabak-Aktivisten wirklich gut oder nur gut gemeint, aber tödlich?
Zur Erinnerung: eZigaretten sind nachweislich 95% weniger schädlich als Tabakzigaretten und verursachen nach allen vorliegenden Informationen keinen Krebs. Jeder Umsteiger der aktuell 18 Millionen Raucher wäre also ein gesundheitspolitischer Gewinn.

Doch nun sollen die Werbemöglichkeiten für ein Produkt, das Millionen Leben retten könnte, ebenso stark beschränkt werden wie für Tabak. Gut gemeint, verheerend im Ergebnis: Denn seitdem die Tabakgegner, allen voran das Heidelberger Krebsforschungszentrum DKFZ, medienwirksam suggeriert hatten, die eZigarette sei noch schädlicher als Tabak, glauben die Menschen es auch und bleiben „sicherheitshalber“ bei ihrem Glimmstengel. Ein gesundheitspolitisches Desaster, verursacht ausgerechnet durch die Gesundheitswächter.
Und durch das weitreichende Werbeverbot, welches ebenfalls wieder von diesen gefordert wurde, wird dieser prekäre Status nun möglichst lang aufrecht erhalten, weil schlicht und einfach nicht über die vergleichsweise viel geringeren Risiken einer eZigarette informiert werden darf.
Der Jugendschutz erfüllt hier übrigens nur eine Alibifunktion in der Gesetzesbegründung; schließlich ist seit 3 Wochen ein neues, umfassendes Jugendschutzgesetz in Kraft (das der VdeH seit 2011 gefordert hat): eZigaretten dürfen jetzt nur noch an Erwachsene verkauft werden. Das vorgebrachte Jugendschutzargument stellt die Qualität des Jugendschutzgesetzes damit indirekt in Frage.

Mittlerweile muss man sich fragen, welche Ideologie Tabakgegner und Politik antreibt, die sicherere Alternative eZigarette derartig klein zu regulieren Mit bloßem Unwissen sind solche tödlichen Fehler nicht mehr zu erklären.