Statement des Verbands des eZigarettenhandels (VdeH)

Berlin – Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, veröffentlichte heute den Drogen- und Suchtbericht 2019. Darin kommen die Chancen, die das Produkt für die Gesundheitspolitik zweifellos bietet, deutlich zum Ausdruck. Umso mehr verwundert die Forderung der Drogenbeauftragten Ludwig nach einem Werbeverbot.

 

Michal Dobrajc, Vorsitzender des VdeH: „Der Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung bestätigt mehrere positiven Seiten und Entwicklungen der E-Zigarette. Er zeigt auf, dass die E-Zigarette weniger schädlich ist, weist auf den sinkenden regelmäßigen Konsum durch Jugendliche hin und unterstreicht den steigenden Erfolg als ein Produkt zum Rauch-Stopp. Auch betont der Bericht, dass E-Zigaretten nahezu ausschließlich von (ehemaligen) Tabakrauchern genutzt werden.

Mit Erstaunen müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass die Bundesdrogenbeauftragte, Daniela Ludwig, daraus nun die falschen Schlüsse zieht: Ihre Forderung nach einem generellen Werbeverbot für die E-Zigarette verkennt diese Tatsachen.

Die emotional nachvollziehbare Sorge davor, dass Werbung für E-Zigaretten Jugendliche ansprechen könnte, spiegelt sich nicht in der Realität wider. Obwohl Werbung für E-Zigaretten derzeit im Rahmen starker Regulierung erlaubt ist und obwohl sich E-Zigaretten in der Gesellschaft immer mehr durchsetzen, steigt der Anteil der Jugendlichen, die regelmäßig E-Zigaretten nutzen, nicht – er sinkt, zuletzt sogar signifikant auf gerade einmal 0,9 Prozent[1].“

Auch spiele die E-Zigarette für Nichtraucher praktisch keine Rolle: Gerade einmal 0,3 Prozent der aktuellen Konsumenten seien Nie-Tabakraucher[2] und der Anteil der ehemaligen Raucher, die unter Einsatz von E-Zigaretten mit dem Rauchen aufgehört haben, stieg von 0,2 Prozent im Jahr 2014 auf 1,8 Prozent im Jahr 2017[3], wie Dobrajc betont:

„Die E-Zigarette ist erwiesenermaßen deutlich weniger schädlich als die klassische Tabakzigarette, und doch geht die Mehrheit der Bevölkerung davon aus, dass sie genauso schädlich oder sogar schädlicher ist als Tabakrauch. Um dieser Desinformation zu begegnen, muss es der Industrie möglich bleiben, die Raucher mittels Werbung aufzuklären.“

Weiter erklärte Dobrajc: „Die E-Zigarette ist eine echte Alternative für Menschen, die mit dem Rauchen aufhören wollen – und damit zugleich ein Instrument, das die deutsche Gesundheitspolitik als Chance begreifen und nutzen sollte. In Großbritannien etwa zeigt sich, dass der Ansatz der Harm Reduction (Schadensminimierung) große Erfolge hervorbringt: Das britische Gesundheitssystem betrachtet die E-Zigarette als Lösung für das Problem von gesundheitsschädlichem Tabakkonsum. Einen ähnlichen Weg geht Neuseeland und ruft Raucher aktiv zum Umstieg auf. Daran sollte sich auch die deutsche Politik, nicht zuletzt die Drogenbeauftragte Daniela Ludwig, ein Beispiel nehmen, zumal sie selbst feststellt, dass es an der Zeit sei, endlich mehr offene Dialoge zu führen statt ideologiebasierter Debatten.“

Es sei zu bedauern, dass die Drogenbeauftragte den Aufruf des Alternativen Drogen- und Suchtberichts 2019[4] ignoriert, in dem die Vorteile der E-Zigarette bei der Rauchentwöhnung aufgezeigt werden, so Dobrajc weiter. Die Drogenbeauftragte solle endlich auch das positive gesundheitspolitische Potential der E-Zigarette anerkennen und nicht alle Produktgattungen über einen Kamm scheren.

 

[1] Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 2019 (https://www.drogenbeauftragte.de/fileadmin/dateien-dba/Drogenbeauftragte/4_Presse/1_Pressemitteilungen/2019/2019_IV.Q/DSB_2019_mj_barr.pdf), Seite 36, Abb. 13

[2] DSB 2019, Seite 37, Abb. 14

[3] DSB 2019, Seite 47

[4] https://alternativer-drogenbericht.de/bericht-2019/