Drogen-und Suchtbericht 2021 bei Tabakkontrollpolitik zu unambitioniert

Am 07.10.2021 wurde der neue Drogen- und Suchtbericht der Bundesdrogenbeauftragten Daniela Ludwig (CSU) vorgestellt. Aus Sicht des Verbands des E-Zigarettenhandels (VdeH) ist der Bericht beim Thema Tabakkontrollpolitik zu unambitioniert.

VdeH-Geschäftsführer Oliver Pohland erklärt: „In der Tabakkontrollpolitik zeigt sich der vorgelegte Drogenbericht überraschend ambitionslos. Zurecht verweist er zwar auf die gesunkene Zahl der Tabakkonsumenten und die gestarteten Initiativen, um noch mehr Konsumenten zur Tabakabstinenz zu bewegen. Gleichzeitig aber nicht auf den Harm Reduction-Ansatz zu setzen und risikoreduzierte Alternativen, wie die E-Zigarette stärker einzubeziehen, ist suchtpolitisch gesehen eine weitere verpasste Chance.“

Weiter erklärt Pohland: „Wir begrüßen es ausdrücklich, dass Frau Ludwig eine neue Bundesinitiative gestartet hat, um die Raucherquote bei über 40-Jährigen zu senken. Anstatt aber nur auf schöne Plakate und eine medikamentöse Behandlung zu setzen, muss endlich auch die E-Zigarette als Baustein in die Tabakkontrollstrategie aufgenommen werden. Die wissenschaftliche Evidenz deutet klar darauf hin, dass die Produkte deutlich weniger schädlich sind als Tabakzigaretten und beim Rauchausstieg helfen. Wenn wir die Aufklärung in den Vordergrund stellen wollen, muss im Bereich der E-Zigarette durch Aufklärungs- und Werbekampagnen auf die Vorteile der Produkte hingewiesen werden. Informationen zur Rauchentwöhnung durch E-Zigaretten müssen daher auch Bestandteil von laufenden Kampagnen wie der Initiative “Rauchfrei leben” werden.“

Anders als im Drogenbericht ausgewiesen sei die E-Zigarette nämlich kein Einstieg in das Rauchen. Die vom Bundesministerium für Gesundheit finanzierte DEBRA-Studie (Deutschen Befragung zum Rauchverhalten) zeigt eindeutig, dass es seit dem Jahr 2016 eine sinkende Tendenz unter den jugendliche E-Zigaretten-Konsumenten gibt. Zuletzt lag der Anteil bei lediglich 0,6 Prozent. Die E-Zigarette ist somit nachweislich kein Einstiegsprodukt für Jugendliche, betont Pohland.

Pohland abschließend: „Die neue Bundesregierung wird viele Vorhaben zeitnah angehen müssen. Ein zentrales Anliegen muss sein, die Tabakkontrollpolitik zu modernisieren und das Prinzip der Schadensminimierung (Harm Reduction) als Grundprinzip der Drogen- und Suchtpolitik zu verankern. Deutschland hinkt auch in diesem Bereich einer immer weiter steigenden Anzahl von Ländern hinterher. Immer noch raucht ein Viertel der deutschen Bevölkerung. Das muss sich zeitnah ändern, damit diese Menschen nicht weiter mit der „Quit-Or-Die“ Ideologie im Stich gelassen werden.“