In Bremerhaven sind mehrere Jugendliche nach dem Konsum von E-Joints mit fragwürdigen Substanzen erkrankt: Verband wiederholt eindringliche Warnung und mahnt konkrete Aufklärung statt diffuser Warnungen an.

Berlin – Nachdem es in Bremerhaven in mehreren Fällen zu gesundheitlichen Problemen nach dem Konsum von E-Joints kam[1], warnt der Verband des eZigarettenhandels (VdeH) erneut vor dem Konsum von Liquids, die nicht aus dem Fachhandel stammen. Gleichzeitig fordert er eine gezielte Aufklärung der Bevölkerung, statt mit unkonkreten Warnungen die Gesundheit der Verbraucher weiter aufs Spiel zu setzen.

Michal Dobrajc, Vorsitzender des VdeH: „Es ist erschreckend, was in Bremerhaven den Jugendlichen nach dem Konsum von E-Joints zugestoßen ist. Leider haben sich damit die Befürchtungen bewahrheitet, welche fatalen Folgen Desinformation haben kann. Konsumenten von E-Joints haben sich von den diffusen Warnungen vor „E-Zigaretten“ in jüngster Zeit überhaupt nicht angesprochen gefühlt, sind aber genau die Zielgruppe, die hätte konkret aufgeklärt werden müssen. Genau davor haben wir gewarnt. [2]

In den USA sind mittlerweile 34 Todesfälle und mehr als 1.600 Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Konsum illegal gepanschter E-Joints aufgetreten[3]. Sowohl die Food and Drug Administration (FDA) als auch die Centers for Disease Control (CDC), die mit der Untersuchung der Fälle betraut sind, bestätigen einen klaren Zusammenhang mit THC-haltigen Produkten[4],[5]. THC ist die psychoaktive Substanz von Cannabis. In untersuchten Proben wurden hohe Mengen Vitamin-E-Acetat und teilweise auch Fungizide wie Myclobutanil gefunden[6], das durch Erhitzen zum lebensgefährlichen Cyanid werden kann. In den ebenfalls untersuchten, regulären Liquids aus dem Fachhandel wurden hingegen keinerlei problematische Substanzen gefunden[7].

„Es ist ganz eindeutig, dass nicht das regulierte Produkt „E-Zigarette“ für diese Erkrankungen verantwortlich ist, sondern der Konsum von, schlicht gesagt, Straßendrogen, die gepanscht und verunreinigt sind. Im Fachhandel angebotene E-Zigaretten unterliegen behördlichen Kontrollen und einer gesetzlichen Regulierung. Es ist kein einziger Fall bekannt geworden, bei dem die Ursache eine reguläre E-Zigarette gewesen wäre,“ sagt Michal Dobrajc. Das wird auch vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ)[8] und öffentlichen Stellen wie dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ausdrücklich klargestellt: „Konsumenten von E-Zigaretten in Deutschland drohen nach aktuellem Kenntnisstand keine erhöhten Risiken, sofern sie Produkte verwenden, die europäischen und deutschen Regelungen entsprechen“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel in einer Pressemitteilung[9].

„E-Joints sind keine E-Zigaretten. Die Medien sprechen aber weiterhin von Toten und Kranken ‘durch E-Zigaretten‘ und erwähnen die Ursache häufig nur in einem Nebensatz. Diese diffuse, undifferenzierte Berichterstattung führt dazu, dass der eigentliche Adressat der notwendigen Warnungen diese überhaupt nicht wahr- oder ernstnimmt. Das hat sich nun in Bremerhaven bedauerlicherweise gerächt: Die Jugendlichen haben gepanschte Drogen konsumiert, und die Medien tragen daran eine Mitschuld,“ sagt Dobrajc.

Irreführende Warnungen vor vermeintlichen Gefahren der E-Zigarette führten dazu, dass E-Zigaretten-Nutzer vermehrt zum deutlich schädlicheren Rauchen zurückkehren und Raucher aus Sorge davon absehen, auf die laut Public Health England und zahlreicher anderer Institutionen viel weniger schädliche E-Zigarette[10] zu wechseln.

Der unbekannte Cocktail aus Betäubungsmitteln, Legal Highs, Pestiziden und anderen gesundheitsschädlichen Stoffen sei potenziell lebensgefährlich und unterscheidet sich fundamental von den regulierten E-Liquids für E-Zigaretten, erklärt Dobrajc weiter. „Wir raten deshalb erneut dringend vom Erwerb und vom Konsum von E-Joints ab und appellieren wiederholt an die Medien, die tatsächlichen Ursachen deutlich zu benennen, und zwar unmittelbar wahrnehmbar in den Schlagzeilen.“