Eine unangemessen sensationelle Berichterstattung der Medien schürt derzeit unbegründete Befürchtungen über vermeintliche Gesundheitsgefahren von E-Zigaretten. E-Zigaretten und Liquids aus dem Fachhandel unterliegen hohen Sicherheitsstandards.

Nach beunruhigenden Vorkommnissen in den USA, bei denen mehrere Personen mit, zum Teil, schweren Lungenschäden in Krankenhäuser eingeliefert wurden, werden in der Presse allgemein „E-Zigaretten“ für die Erkrankungen verantwortlich gemacht. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass die Beschwerden der Betroffenen eine ganz andere Ursache haben.

Zwar scheint allen Fällen gemein, dass die Beschwerden nach dem Konsum von E-Zigaretten auftraten. Überwiegend jedoch wird die Information vorenthalten, dass mit Hilfe dieser Geräte kein reguläres, im Fachhandel erworbenes Liquid konsumiert wurde. In allen bekannten Fällen wurden offenbar Flüssigkeiten verdampft, die u.a. mit Cannabis oder CBD-Öl versetzt gewesen sind und bei Straßenhändlern, sogenannten „Pop-Up-Shops“, erworben wurden. Teilweise wurde hochkonzentriertes THC-Harz mittels „dabbing“ konsumiert.

„Es ist daher völlig falsch, E-Zigaretten als solche für die bedauerlichen und völlig vermeidbaren Erkrankungen verantwortlich zu machen, wenn diese mit Stoffen genutzt werden, die darin nichts verloren haben und zudem aus dubiosen Quellen stammen,“ sagt Michal Dobrajc, erster Vorsitzender des VdeH, dazu.

Pop-up-Shops in den USA sind temporäre Verkaufsstellen, die meist nur für kurze Zeit geöffnet sind und ihre Standorte häufig wechseln, um sich dadurch behördlichen Kontrollen zu entziehen. Sie verkaufen häufig Liquids, die nicht aus einer regulären, kontrollierten Produktion stammen, sondern eigens zusammengemischt werden und fragwürdige, teilweise illegale Inhaltsstoffe enthalten. Vom Konsum von Cannabis- oder CBD-haltigen Ölen aus nicht lizensierten Quellen wird von offiziellen Stellen abgeraten[1].

Michal Dobrajc meint dazu: „Die E-Zigarette wird seit über einem Jahrzehnt von Millionen Anwendern auf der ganzen Welt verwendet, ohne dass solche, oder ähnliche, Vorkommnisse bislang bekannt wurden. Daher kann die aktuelle Häufung dieser Fälle schon aus diesem Grund nicht ursächlich E-Zigaretten oder E-Liquids zugeschrieben werden.“

Dobrajc erklärt weiter „Der Verband des eZigarettenhandels (VdeH) rät daher dringend von Straßenkäufen, Eigenimporten und dem Erwerb von E-Liquids oder vorbefüllten Pods aus unseriösen Quellen ab. Vielmehr sollte man den gut sortieren Fachhandel nutzen. Das Sicherheitsniveau der dort angebotenen E-Liquids ist generell sehr hoch, da in der EU nur regulierte Inhaltsstoffe verwendet werden dürfen. Von dem Erwerb bei unseriösen Quellen ist daher generell dringend abzuraten.“

Mit Besorgnis sieht Dobrajc die aktuelle Berichterstattung zu diesen Vorfällen: „Es ist skandalös, wie unreflektiert in diesem Fall Ängste geschürt werden, vielfach ohne auch nur den geringsten Ansatz von Recherchen erkennen zu lassen. Unzulässige Verallgemeinerungen und das Weglassen wichtiger Informationen werden genutzt, um eine möglichst sensationelle Darstellung zu erreichen. Eine große Tageszeitung spricht sogar von Todesfällen, die es unstreitig nicht gab. Das ist ein eklatanter Verstoß gegen den Pressekodex, den wir auch dem Presserat zur Kenntnis bringen werden. Ich mahne alle Redaktionen zur Versachlichung und mehr Sorgfalt bei ihrer Berichterstattung. Die eigentliche Nachricht müsste entsprechend der Faktenlage nämlich lauten: Passt auf, was Ihr dampft.“

Gemäß Ziffer 14 des Pressekodex ist bei Berichten über medizinische Themen eine unangemessen sensationelle Darstellung zu vermeiden, die unbegründete Befürchtungen beim Leser erwecken könnte.

Der VdeH steht interessierten Journalisten jederzeit gerne zur Verfügung, um die Thematik weitergehend zu erläutern und zu kommentieren.


Update 24.08.2019 Zwischenzeitlich kam es in Illinois zu einem bestätigten Todesfall im Rahmen der Ermittlungen um die noch ungeklärte Häufung von Lungenerkrankungen. Auch wenn dies ein tragisches Ereignis ist und der Familie des Verstorbenen Beileid gebührt, mahnt der VdeH zur Besonnenheit. Laut Aussagen der Behörden ist weiterhin nicht geklärt, ob die Erkrankung des Opfers überhaupt vom E-Zigarettenkonsum rührt und falls doch, was genau konsumiert wurde. Das plötzliche vielfache Auftreten dieser Erkrankungen und die zahlreichen Berichte von Straßenkäufen illegal hergestellter Substanzen deuten darauf hin, dass es sich um ein isoliertes Problem mit Verunreinigungen handelt, die so im regulären und in Europa streng regulierten Handel nicht vorkommen. Die Ermittlungen müssen dringend und schnell vorangetrieben werden, um die Ursachen aufzuklären.


Update 30.08.2019 Mittlerweile positionieren sich sowohl US-Behörden als auch internationale Experten deutlicher zu den Vorfällen und Ursachen. Zu Zwecken der Verbraucheraufklärung hat der VdeH eine Infografik erstellt, die die Hintergründe erklärt, Ratschläge gibt und die wichtigsten Zitate enthält. Die Grafik steht als PDF und JPG zum Download zur Verfügung. Diese Verbraucherinformationen zu E-Zigaretten stellen wir zudem auch als eigene Website bereit. Die Grafik kann mit Angabe der Quelle für alle Publikationsarten frei verwendet werden.


[1] https://www.countyofkings.com/home/showdocument?id=20469


Updates (fortlaufend aktualisiert, zuletzt 06.09.2019, 09:30 Uhr)

Ergänzung um weiterführende Quellen und Hintergrundinformationen zu Vorkommnissen in verschiedenen US-Bundesstaaten:

 

Pressekontakt:
Horst Winkler, Pressesprecher
Verband des eZigarettenhandels e.V. (VdeH)
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