E-Zigaretten sind effektiv beim Rauchausstieg – Britische Studie bescheinigt hohe Erfolgsquote

31.01.2019

Eine aktuelle britische Studie hat die Effektivität von E-Zigaretten und anderen Nikotinersatzprodukten bei der Unterstützung eines Rauchstopps verglichen. Bei diesem Vergleich schneidet die E-Zigarette deutlich besser ab als die konventionellen Nikotinersatzprodukte. So finden sich in der Gruppe der E-Zigarettennutzer doppelt so viele Probanden, die mit dem Rauchen aufgehört haben als bei den Nikotinersatzprodukten. Das Besondere an dieser Untersuchung ist, dass es sich um eine randomisiert-kontrollierte Studie handelt, welche den höchsten wissenschaftlichen Anforderungen genügt. Die Arbeit wurde am 30.01.2019 im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Der Vorsitzende des Verbandes des E-Zigarettenhandels, Michal Dobrajc, begrüßt die Veröffentlichung der Studie: „Es ist erfreulich, dass nun aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse höchster Qualität die Effektivität der E-Zigarette als unterstützendes Instrument einer ganzheitlichen Rauchstoppstrategie belegen. Wir als Verband haben immer wieder betont, dass weitere wissenschaftliche Forschung benötigt wird, um Klarheit über den Nutzen der E-Zigarette zu erhalten. Das diese nun vorliegt und solche Ergebnisse zeigt, bestätigt uns in unserer Annahme, dass die Chancen der E-Zigarette bisher unterschätzt worden sind.“

An der Studie nahmen 886 Personen teil, die im Rahmen einer Rauchstopp-Therapie des NHS zufällig einer von zwei vergleichbar großen Gruppen zugeteilt wurden. Die eine Gruppe erhielt zur Unterstützung eines Rauchausstiegs eine E-Zigarette, während die andere Gruppe herkömmliche Nikotinersatzprodukte bekam. Nach zwölf Monaten wurden die Teilnehmer mit biochemischen Verfahren erneut untersucht. Dabei zeigte sich, dass in der Gruppe der E-Zigarettennutzer der komplette Rauchstopp bei 18% der Teilnehmer erfolgreich war, während bei den Nikotinersatzprodukten die Quote bei 9.9% lag.

Michal Dobrajc (VdeH) erklärt zu den Ergebnissen: „Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, welche Möglichkeiten der Einsatz von E-Zigaretten bergen kann. Allerdings darf man das Produkt auch nicht überschätzen. In der Studie wurden neben der Bereitstellung der E-Zigarette mindestens vier Beratungsgespräche pro Woche mit den Probanden durchgeführt. Diese kontinuierliche professionelle Begleitung ist ein elementarer Bestandteil des Erfolgs eines Rauchstoppversuches. Wir begrüßen es, wenn die E-Zigarette als unterstützendes Instrument zum Einsatz kommt, jedoch kann diese nur ein Bestandteil einer ganzheitlichen Strategie sein.“

Aus Sicht von Dobrajc sollte Deutschland aus der vorliegenden Studie nun weitere Schlüsse ziehen: „Bisher ist uns viel Skepsis entgegengeschlagen. Dies lag vor allem daran, dass kaum wissenschaftliche Forschung vorlag. Mit der nun veröffentlichten Studie ändert sich dieses Bild. E-Zigaretten können eine effektive Ergänzung der bisherigen Maßnahmen, um einen Rauchstopp zu erreichen, sein. Wir fordern, dass der E-Zigarette nun vorurteilsfrei begegnet wird und ihre objektiv vorhandenen Chancen wahrgenommen werden. An dieser Stelle würden wir uns mehr Offenheit seitens der Politik wünschen. Für eine Diskussion, welche konkreten Maßnahmen ergriffen werden sollten, um diese Chancen bestmöglich zu nutzen, stehen wir selbstverständlich zur Verfügung.“