Berlin – Angesichts der derzeit in Dortmund stattfindenden internationalen Fachmesse InterTabac weist der Verband des eZigarettenhandels (VdeH) erneut darauf hin, dass Kinder und Jugendliche nicht zur Zielgruppe der Branche gehören.

E-Zigarette werden fast ausschließlich von (ehemaligen) Tabakrauchern genutzt, welche die E-Zigarette als potentiell weniger schädliche Alternative zum Tabakkonsum nutzen. Bereits seit 2011, also fünf Jahre vor Inkrafttreten des erneuerten Jugendschutzgesetzes, hat sich ein Großteil der Branche selbst dazu verpflichtet, E-Zigaretten nicht an Jugendliche zu verkaufen.

Mehrere Studien zeigen, dass E-Zigaretten für Kinder und Jugendliche keine Relevanz haben , und diese allenfalls ausprobiert aber nicht dauerhaft konsumiert werden. Ein für Jugendliche durchaus typisches Verhalten, das sich auch in anderen Bereichen widerspiegelt.

Die Mehrzahl der Jugendlichen interessieren sich nicht für die E-Zigarette

Auch die häufige Warnung vor dem Gateway-Effekt, also der Befürchtung, dass E-Zigaretten ein Einstieg für Jugendliche in den Tabakkonsum sein könnten, ist eine emotional nachvollziehbare aber nach umfassenden Untersuchungen zu diesem Thema nicht haltbare Befürchtung.

Jeder Jugendliche, der E-Zigaretten nutzt, ist einer zu viel. Dennoch zeigen aktuelle Zahlen, dass der Konsum unter Jugendlichen beinahe unverändert gering geblieben ist und das, obwohl sich der Umsatz in der Branche fast verdoppelt hat. Neue Ergebnisse einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) verdeutlichen, dass seit 2016 die 30-Tage Prävalenz unter Jugendlichen die E-Produkte verwendet haben, lediglich um 0,1 % zugenommen hat. Es ist daher davon auszugehen, dass nahezu alle neu gewonnenen Konsumenten erwachsene Verbraucher sind.

Dies ist ein weiterer Beleg dafür, dass sowohl der verantwortungsbewusste Umgang mit Werbung als auch die konsequente Einhaltung des Jugendschutzgesetzes in der Branche große Früchte tragen, und vor allem die relevante Zielgruppe der erwachsenen Raucher erreicht wird.

Faktenbasierte Berichterstattung ist zwingend erforderlich

Dass die Wahrnehmung der E-Zigarette großen Einfluss auf die vollständige Nutzung des gesundheitspolitischen Potenzials, das diese darstellt, hat, macht sich auch in einer im Juli veröffentlichten Studie vom FDA Center for Tobacco Products bemerkbar. Ob die E-Zigarette als weniger schädlich, gleichermaßen schädlich oder sogar noch schädlicher wahrgenommen wird, spielt laut der Studie eine bedeutende Rolle beim erfolgreichen Rauchstopp.

Einer Befragung des IFT Instituts in München zufolge ist jedoch nur einem Drittel der Bevölkerung bekannt, dass E Zigaretten der aktuellen Forschungslage nach, wesentlich weniger gesundheitsschädlich sind as Tabakzigaretten.

Diese Zahlen sind alarmierend und zeigen, dass Politik, Medien, Gesundheitsbehörden und die Industrie zusammenarbeiten müssen, um Ihrer Verantwortung zur faktenorientierten Aufklärung nachzukommen.

Keine weiteren Einschränkungen bei der Werbung

Die in der Bundesregierung heftig diskutierte Ausweitung des Tabakwerbeverbots ist kontraproduktiv und wird, insbesondere im Hinblick auf die Einbeziehung der E-Zigarette in ein solches Verbot, zwangsläufig den Status Quo erhalten.

Da die E-Zigarette laut Studien 95% weniger schädlich ist als herkömmliche Zigaretten , sollte sie auch differenziert reguliert werden – so auch bei der Werbung. Für das potenziell deutlich weniger schädliche Produkt dürfen nicht die gleichen Maßstäbe gelten wie für die Tabakzigarette.

Die aktuelle Regulierung ist aus Sicht des VdeH eindeutig und ausreichend. Es dürfen weder E-Zigarettenprodukte an Minderjährige ausgegeben werden, noch darf Werbung für diese Zielgruppe betrieben werden. Der Verband und seine Mitglieder sind sich ihrer Verantwortung als Händler dieser Produkte bewusst. Daher hat der VdeH im Mai 2019 eine Werbeleitlinie für seine Mitglieder entwickelt, die weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus geht.

Michal Dobrajc, erster Vorsitzender des VdeH, fordert: „E-Zigaretten sind ein potenziell lebensrettendes Produkt für erwachsene Raucher – Werbung ist notwendig, denn sie leistet einen wichtigen Beitrag, um Raucher über die Fakten zur E-Zigarette aufzuklären. Mithilfe verantwortungsbewusster Werbung können erwachsene Raucher gezielt erreicht und zum Umstieg motiviert werden. Daher setzt sich der VdeH für mehr Werbefreiheiten der E-Zigarette ein als sie die klassische Tabakzigarette hat – insbesondere im digitalen Bereich und den Massenmedien“