Berlin – Die derzeit in Dortmund stattfindende Tabakmesse InterTabac bietet rund 640 Aussteller aus 57 Ländern eine internationale Plattform für die Tabak- und E-Zigaretten Branche. Dabei nimmt der Anteil der Next Generation Products von Jahr zu Jahr zu.

Der Verband des eZigarettenhandels (VdeH) nimmt dies zum Anlass erneut auf das Potential der E-Zigarette zur Verringerung der mit dem Rauchen einhergehenden Gesundheitsrisiken aufmerksam zu machen.

E-Zigaretten sind eine 95% weniger schädliche Alternative zum Konsum von Tabakzigaretten

Bereits 2015 kam die britische Gesundheitsbehörde Public Health England zu dem Ergebnis, dass E-Zigaretten mindestens 95% weniger schädlich gegenüber herkömmlichen Tabakzigaretten sind. 2018 wurden diese Ergebnisse in einem Update unterstrichen und auf ein mindestens 99,5% geringeres Risiko von Krebs-Erkrankungen durch E-Zigaretten hingewiesen.

Zahlreiche weitere Studien stützen die Argumentation von Public Health England und tragen zu einem wissenschaftlichen Konsens bei. Bei einer Studie von Dr. Riccardo Polosa von der University of Catania wurden über einen Zeitraum von 3 ½ Jahren mehrere Konsumenten von E-Zigaretten eingehend untersucht. Bei der Studie konnten keinerlei negative Auswirkungen auf die Lunge festgestellt werden.

Gesundheitliche Probleme sind höchst unwahrscheinlich

Dr. Polosa legte mit einem Artikel im renommierten Expert Review of Respiratory Medicine Journal nach. Darin wird darauf hingewiesen, dass es höchst unwahrscheinlich sei, dass eine normale Verwendung von elektronischen Zigaretten zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führt.

Dr. Polosa betont dabei: „Für Raucher, die etwas für ihre Gesundheit tun wollen, zeigt unsere Untersuchung, dass die Umstellung auf das Dampfen eine sehr gute Option ist, wenn man nicht vollständig aufhören möchte oder kann.“, und ergänzt „Niemand kann beweisen, dass E-Zigaretten hundertprozentig sicher sind, aber alle wissenschaftlichen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass das Dampfen sehr viel sicherer ist als das Rauchen“.

E-Zigarette ist doppelt so effektiv beim Rauchstopp

In einer groß angelegten britische Studie die im Februar 2019 im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, hat man die Effektivität von E-Zigaretten und anderen Nikotinersatzprodukten bei der Unterstützung eines Rauchstopps verglichen. Dabei wurde eine doppelt so hohe Wirksamkeit als Ausstiegshilfe gegenüber klassischen Nikotinersatztherapien belegt.

Großes Potenzial bei der Schadensminimierung

Viele Experten sind sich über die Tatsache einig, dass E-Zigaretten ein enorm großes Potenzial zur Risikoreduzierung haben. Im alternativen Drogen- und Suchtbericht fordert Dr. Heino Stöver von der University of Applied Sciences in Frankfurt daher auch ein Umdenken in der Politik und bei den Gesunheitsorganisationen.

Dr. Stöver kritisiert: „Insgesamt hinkt Deutschland in der Wahrnehmung und Akzeptanz der E-Zigarette stark hinterher. Es muss noch viel deutlicher gemacht werden, […] welche positiven Auswirkungen für Tabakkonsumenten ein Umstieg auf die E-Zigarette haben kann.“, und fordert, dass die Regulierung von E-Zigaretten entsprechend angepasst werden sollte um das Potential der E-Zigarette bei der Harm Reduction zu nutzen.

Chance für die Gesundheitspolitik muss genutzt werden

Ein Umgang mit der E-Zigarette der auf wissenschaftlichen Fakten beruht, bietet eine enorme gesundheitspolitische Chance. Das zeigt sich in anderen Ländern, in denen sich die Politik als auch verschiedene Gesundheitsinstitutionen seit Längerem proaktiv mit der E-Zigarette und ihrem Platz im Gesundheitswesen befassen.

In Großbritannien, in der EU auf Platz 1 bei der Tabakprävention, werden E-Zigaretten öffentlich als Mittel für den Rauchausstieg empfohlen. Man setzt dabei konsequent auf den Harm Reduction-Ansatz. E-Zigaretten werden den herkömmlichen Tabakzigaretten gegenüber bessergestellt und es wird ein Anreiz geschaffen, auf das potenziell weniger schädliche Alternativprodukt umzusteigen. Signifikant verbesserte gesundheitliche Ergebnisse sind das Resultat dieser offenen und unverkrampften Politik.

Auch in Neuseeland hat man das Potenzial der E-Zigarette erkannt. Obwohl hier die Regulierungen von E-Zigaretten anfänglich zu den striktesten weltweit gehörten, hat das Gesundheitsministerium im August sogar eine Kampagne gestartet, die Raucher dazu anregen soll, aufs Dampfen umzusteigen.

In Deutschland hingegen ist man mit einer Raucherquote von 28% auf dem vorletzten EU-Rang bei der Tabakprävention. Statt die Chance, die die E-Zigarette bietet, zu nutzen, warnen Gesundheitsorganisationen vor potenziellen Gefahren, die wissenschaftlich nicht belegt sind. Damit folgt man ideologischen Motiven, statt auf Fakten zu setzen.