Der Verband des eZigarettenhandels (VdeH) zeigt sich irritiert über die aktuellen Aussagen [1] der Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) im Rahmen der Vorstellung der SCHULBUS-Studie [2] am vergangenen Dienstag (03. September 2019). In der Analyse der Ergebnisse vermischt sich objektive Faktenlage mit persönlicher Agenda.

Objektiv betrachtet zeigt die Studie einmal mehr, dass sich eine konsequente und umfangreiche Präventionspolitik bei Kindern und Jugendlichen auszahlt. Denn die Erhebung macht deutlich, dass seit 2005 die Zahl von minderjährigen Tabakkonsumenten in Hamburg signifikant zurückgegangen ist. Diese Erkenntnis hat selbst Frau Prüfer-Storcks auf der Pressekonferenz positiv herausgehoben. Die gleichzeitige Skandalisierung der E-Zigarette ist allerdings nicht nachvollziehbar.

Der Vorsitzende des VdeH, Michal Dobrajc, erklärt dazu folgendes: „Selbstverständlich ist es auch unser Ziel, dass überhaupt keine Jugendlichen die E-Zigarette konsumieren. Das Produkt ist ausschließlich dazu gedacht, dass erwachsene Raucher auf eine weniger schädliche Alternative umsteigen können. Das öffentliche Anprangern der E-Zigarette durch Frau Prüfer-Storcks ist daher völlig ungerechtfertigt. Aktuelle bundesweite Zahlen zeigen, dass nur 0,9% aller Jugendlichen die E-Zigarette benutzen. Die nun vorliegenden Zahlen deuten auf ein Problem bei der Umsetzung der geltenden Jugendschutzbestimmungen in Hamburg hin und nicht darauf, dass Jugendliche durch Werbung massenhaft zu E-Zigarettennutzern werden.“

Aus Sicht des VdeH ist die aktuelle Regulierung eindeutig und ausreichend. Es dürfen keine E-Zigarettenprodukte an Minderjährige ausgegeben werden, noch darf Werbung für diese Zielgruppe betrieben werden. Der Verband und seine Mitglieder sind sich ihrer Verantwortung als Händler dieser Produkte bewusst. So hat der VdeH im Mai 2019 eine Werbeleitlinie [3] für seine Mitglieder entwickelt, die weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus gehen. Die Leitlinie verpflichtet die VdeH-Mitglieder nicht mit Motiven aus dem Sport zu werben. Zudem wird darauf verzichtet, Zeichentrickfiguren oder andere fiktionale Charakter in der Werbung zu verwenden. Diese selbstgewählten Restriktionen sollen verhindern, dass werbliche Maßnahmen das Interesse von Jugendlichen und Kindern an den Produkten wecken könnten.

Auch in Großbritannien, wo eine deutlich liberalere E-Zigarettenregulierung gilt, sind die Einstiegszahlen unter Jugendlichen keineswegs massiv gestiegen. Aktuelle Studien, wie die repräsentative Befragung von „Action on Smoking and Health“ (ASH) [4], zeigen, dass nur 1,6% der Jugendlichen regelmäßig zur E-Zigarette greifen.

Zu der Forderung von Senatorin Prüfer-Storcks erklärt Michal Dobrajc abschließend: „Die Informationsmöglichkeiten der Branche sind essentiell, um die Bevölkerung effektiv darüber aufzuklären, für welche Zielgruppe das Produkt gedacht ist. Für einen Dialog über den Weg zur bestmöglichen Erreichung eines effektiven Jugendschutzes stehen wir Frau Prüfer-Storcks selbstverständlich zur Verfügung. Wir würden uns freuen gemeinsam mit der Senatorin an einer konstruktiven Lösung zu arbeiten.“

Quellen:

[1] https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/105716/Pruefer-Storcks-fuer-Ausweitung-des-Tabakwerbeverbots-auf-E-Zigaretten[2] https://www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/12889922/2019-09-03-bgv-schulbus-studie/[3] https://vd-eh.de/e-zigarettenverbaende-veroeffentlichen-selbstverpflichtung-zu-werbe-leitlinien/[4] http://ash.org.uk/wp-content/uploads/2019/06/ASH-Factsheet-Youth-E-cigarette-Use-2019.pdf