Anlässlich des Weltnichtrauchertags am 31.05.2019 weist der Verband des eZigarettenhandels (VdeH) auf die große Chance hin, die E-Zigaretten für unzählige Raucher beim Aufhören darstellen, wie sich bereits millionenfach gezeigt hat. Gleichzeitig warnt der Branchenverband vor der maßlosen Überzeichnung möglicher Gefahren des E-Zigarettenkonsums und kritisiert das „Aktionsbündnis Nichtrauchen“ dafür scharf.

Jedes Jahr am 31. Mai begehen die WHO und ihre globalen Partnerorganisationen den Weltnichtrauchertag. Eines der erklärten Ziele dieser Kampagne ist die Unterstützung bei der Raucherentwöhnung zur Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung und damit der Rettung von Menschenleben.

E-Zigaretten, die im Vergleich zu Tabakrauch erwiesenermaßen 95% weniger schädlich sind[1], werden fast ausschließlich von (ehemaligen) Tabakrauchern genutzt[2]. Sie haben sich in den vergangenen Jahren als probates Mittel zur Rauchentwöhnung bereits millionenfach bewährt. Die doppelt so hohe Wirksamkeit als Ausstiegshilfe gegenüber klassischen Nikotinersatztherapien wurde erst im Februar 2019 bei einer groß angelegten randomisiert-kontrollierten Studie[3] belegt. Zum gleichen Ergebnis kommt eine weitere, Ende Mai veröffentlichte Untersuchung mit 19.000 Rauchern[4]: E-Zigaretten können die Erfolgsrate beim Rauchausstieg verdoppeln.

Einige Länder haben diese große Chance, welche E-Zigaretten bieten, als wichtigen Baustein bei Ihren Bemühungen erkannt, die Raucherquoten zu senken und empfehlen die E-Zigarette öffentlich als Mittel für den Rauchausstieg. So geht in Europa Großbritannien mit positivem Beispiel voran und wird dafür mit großen Erfolgen bei der Senkung der Rauchprävalenz belohnt (Platz 1 in der EU bei der Tabakprävention). In Neuseeland, wo Regulierungen von E-Zigaretten anfänglich zu den striktesten weltweit gehörten, startet das Gesundheitsministerium im August eine Kampagne, die Raucher dazu anregen soll, aufs Dampfen umzusteigen[5]. Deutschland hingegen ist mit einer Raucherquote von 28% auf dem vorletzten EU-Rang bei der Tabakprävention.

Michal Dobrajc, erster Vorsitzender des VdeH, erklärt dazu: „Es ist beschämend, dass in Deutschland vor der E-Zigarette gewarnt wird, anstatt sie als die wohl größte gesundheitspolitische Chance bei der Rauchentwöhnung zu erkennen und zu fördern. Mögliche Gefahren des E-Zigarettenkonsums werden maßlos überzeichnet und ins Verhältnis zu frischer Bergluft gesetzt anstatt sie richtigerweise mit der Gefährdung durch Tabakrauch zu vergleichen.“

So nimmt das Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V. (ABNR) das von der WHO vorgegebene Schwerpunktthema des Weltnichtrauchertages „Tabakkonsum und Lungengesundheit“ zum Anlass, nicht nur vor dem Tabakrauchen, sondern auch dem „Dampfen“, also dem Konsum von E-Zigaretten, zu warnen. E-Zigaretten hätten eine eindeutige Gesundheitsgefährdung und Risiken seien nicht abschätzbar.

„Das ist unverantwortliche Panikmache auf Kosten der Gesundheit von Rauchern,“ sagt Michal Dobrajc dazu. „Kritiker der E-Zigarette führen gerne Feinstaub, Acrolein, Karzinogene wie Formaldehyd, Nickel und Chrom an, die angeblich im Dampf von E-Zigaretten nachgewiesen worden sein sollen. Dabei verschweigen sie nicht nur die umstrittene fachliche Qualität dieser Untersuchungen, sondern auch, dass gerade mal Spuren dieser Stoffe gemessen wurden, die um ein Vielfaches unter dem liegen, was im Tabakrauch enthalten ist. Beim Formaldehyd beispielsweise entspricht der gemessene Gehalt ungefähr dem in unbelasteter Atemluft. Harte wissenschaftliche Fakten werden hier zugunsten eigener Moralvorstellungen und einer sehr fragwürdigen Agenda geopfert. Man muss sich ernsthaft wundern, was die Verantwortlichen dazu treibt.“

Während handwerklich fragwürdige Untersuchungen von E-Zigaretten von Kritikern überzeichnet werden, werden solche, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, einfach ignoriert. Beispielsweise fand die im November 2017 publizierte Studie[6], in der über einen Zeitraum von 3,5 Jahren beim Konsum von E-Zigaretten durch Nichtraucher keinerlei Auswirkungen auf die Lunge festgestellt wurden, praktisch keine Beachtung.

Zudem sind E-Zigaretten und Inhaltsstoffe in der EU und Deutschland streng reguliert. Jedes neue Produkt muss sechs Monate vor Inverkehrbringen inklusive Emissionstests registriert werden. In dieser Zeit haben die Staaten die Möglichkeit, Geräte und Flüssigkeiten mit etwaig besorgniserregenden Werten genauer zu untersuchen und den Markteintritt sogar zu verhindern. Dies ist seit Inkrafttreten der Regulierung im April 2016 in keinem einzigen Fall geschehen.

Rauchen von Tabak ist eine der häufigsten und vermeidbaren Ursachen für schwere Erkrankungen und Todesfälle. Der VdeH schließt sich daher der Meinung von Prof. Stöver vom Institut für Suchtforschung an, wonach es wichtig sei, alle verfügbaren Rauchstopp-Methoden eingehend zu prüfen, und nicht vorschnell aus dem ohnehin nicht prall gefüllten Köcher der Rauschstopp-Methoden zu werfen. Genau dies ist aber in Deutschland mit der E-Zigarette geschehen[7].

„Glücklicherweise nehmen immer mehr Raucher unter den Konsumenten die E-Zigarette trotz der unqualifizierten Warnungen und auch häufig unreflektierten Berichterstattung immer mehr als Alternative wahr. So trägt unsere Branche ihren wertvollen Teil dazu bei, die Raucherquote in Deutschland zu senken. Die Zeiten, in denen Ignoranz und Hochmut von aufgeklärten Verbrauchern ohne Konsequenzen hingenommen werden, sind ganz offensichtlich vorbei. Es wird höchste Zeit, dass irrationale Ängste überwunden und die Chancen als solche endlich auch durch andere Diskussionsteilnehmer anerkannt werden,“ sagt Dobrajc abschließend.

 

[1] Public Health England (2015 & 2018); https://www.gov.uk/government/news/phe-publishes-independent-expert-e-cigarettes-evidence-review

[2] Kotz et.al. (2018); http://doi.org/10.3238/arztebl.2018.0235

[3] Hajek et. al. (2019); http://doi.org/10.1056/NEJMoa1808779; siehe auch: https://vd-eh.de/e-zigaretten-sind-effektiv-beim-rauchausstieg-britische-studie-bescheinigt-hohe-erfolgsquote/

[4] Kotz et. al. (2019); http://doi.org/10.1111/add.14656

[5] https://www.stuff.co.nz/national/health/112485473/government-recommends-smokers-dump-the-cigarettes-and-pick-up-the-vape

[6] Polosa et. al. (2017); https://doi.org/10.1038/s41598-017-14043-2

[7] Prof. Heino Stöver in: „Statement: Die Tabakkontrolle in Deutschland ist unzureichend!“; https://idw-online.de/de/news716337