Die WHO trifft in dieser Woche in Moskau wesentliche Entscheidungen über die Zukunft der eZigarette. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wird ein Plan zur Regulierung des Produkts erarbeitet, dessen Eckpunkte bereits in einem am 1. September veröffentlichten WHO-Report markiert worden sind. http://apps.who.int/gb/fctc/PDF/cop6/FCTC_COP6_10Rev1-en.pdf

 

1. Jugendschutz

Wesentlicher Ansatzpunkt für die WHO ist die Gefährdung der Jugend durch die eZigarette.

Zitat WHO (Freie Übersetzung): „ … es gibt Anlass zur Befürchtung, dass sie (Anm. eZigaretten) als Einstieg zur Nikotinsucht und letztlich auch ins Rauchen dienen, besonders für junge Menschen. Die Zahl der Jugendlichen, die e-Zigaretten ausprobieren, hat sich von 2008 bis 2012 verdoppelt.“ http://www.who.int/nmh/events/2014/backgrounder-e-cigarettes/en/

 

Entgegnung:

Bereits in einem am 31. Juli 2014 veröffentlichten Artikel in der Zeitschrift „Addiction“ kommen renommierte Wissenschaftler zu einem ganz anderen Ergebnis:

„E-Zigaretten werden immer beliebter bei Rauchern, aber bis heute gibt es keine Beweise für den regelmäßigen Gebrauch bei Nichtrauchern oder Kindern.“ http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/add.12659/abstract

 

Einschätzung des VdeH:

Dac Sprengel, Vorsitzender des VdeH: „Ein wirksamer Jugendschutz ist durch die Verabschiedung der Tabakproduktrichtlinie – zumindest in der EU – bereits auf den Weg gebracht worden. In Deutschland wird der Verband des eZigarettenhandels zusammen mit der Bundesregierung die schon 2011 in der Verbandssatzung festgelegte Selbstverpflichtung des Handels hinsichtlich des Jugendschutzes konkretisieren.“ Und weiter: „Was die WHO hier betreibt, ist purer Alarmismus. Fakten zählen nicht oder werden so verkürzt dargestellt, dass sie in die Argumentation passen.“

 

2. Potential der eZigarette

Ebenfalls in der „Addiction“ wird ein Artikel erscheinen, der sich direkt und äußerst kritisch mit den Plänen der WHO auseinandersetzt:

„The use of e-cigarettes could save millions of lives during this century, and have the most important public health impact in the history of tobacco use,“ sagt Co-Autor Jacques le Houezec, Neurologe an der Universität von Nottingham.“ http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/add.12730/abstract

 

Einschätzung des VdeH:

Dac Sprengel: „Die Weltgesundheits-Organisation sollte wissen, welche Chancen die eZigarette für die Volksgesundheit bietet. Mit der seit Jahren unveränderten Strategie bewegt sich die WHO außerhalb einer sinnvollen Faktendiskussion und bremst eine längst auf den Weg gebrachte Regulierung aus. Ein Beispiel unter vielen ist die sogenannte Chest-Studie von 2012, deren Ergebnisse eine Werbung für die eZigarette sind, aber von der WHO komplett anders gedeutet wurden.“ Zur Chest-Studie siehe Politischer Brief des VdeH, Seite 7: http://www.presseportal.de/pm/103765/2278904/verband-des-ezigarettenhandels-versendet-politischen-brief/index.html