Auf einer Pressekonferenz in Berlin haben der Sozialwissenschaftler Heino Stöver und der Gesundheitswissenschaftler Dietmar Jazbinsek einen Richtungswechsel in der deutschen Präventionspolitik gefordert. Bericht dazu im Ärzteblatt

Die E-Zigarette als Harm Reduction-Produkt werde nicht ausreichend anerkannt. Stattdessen werde der Fokus auf die Gesundheitsgefahren gelegt.

Zitat Ärzteblatt: „Die Tatsache, dass E-Zigaretten eine gesündere Alternative zur konventionellen Tabakzigarette darstellen und im Sinne der Harm-Reduction Gesundheitsrisiken minimieren können, bleibt hier unbeachtet“, kriti­siert Stöver in seinem Buch. Den Fokus auf die Gesundheitsgefahren können Stöver und Jazbinsek nicht nachvollziehen.“

„Stöver und Jazbinsek fordern eine gesundheitspolitische Neuausrichtung, um den Stellen­wert der E-Zigarette in der Rauchentwöhnung zu definieren. Das Public-Health-Potenzial der E-Zigarette komme nur dann zur Geltung, wenn der Umstieg vom Rau­chen auf das Dampfen gesetzlich gefördert wird, sind beide überzeugt.“

Das Potential der E-Zigarette werde laut Stöver und Jazbinsek in Deutschland noch viel zu wenig genutzt. Im Gegensatz zu der fortschrittlichen Gesundheitspolitik in Großbritannien werden hierzulande Tabakzigarette und E-Zigarette auf Kosten der Gesundheit der Raucher in einen Topf geworfen.

Das Informationsportal eGarage.de zitiert Heino Stöver:

„Gerade in Deutschland habe die E-Zigarette hohe Potenzial, da hierzulande noch 27 Prozent der Bevölkerung Raucher sind – in Großbritannien, wo seit Jahren eine strenge Anti-Rauch-Politik verfolgt wird, liege dieser Anteil bei nur noch 17 Prozent. Trotzdem unterstütze die britische Gesundheitspolitik das Dampfen als Alternative, während die E-Zigarette in Deutschland weitgehend wie die sehr viel schädlichere Tabakzigarette behandelt werde.“