Einweg-E-Zigaretten

  • Ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten ohne eine effektive Bekämpfung des Schwarzmarkts wäre kontraproduktiv.
  • Ohne eine spürbaren Eindämmung des illegalen Handels läuft jede zusätzliche Regulierung ins Leere.
Verbote setzen zu kurz an

Ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten kann die angestrebten Ziele nur dann erreichen, wenn es gleichzeitig mit einer wirksamen Bekämpfung des Schwarzmarktes einhergeht. Solange illegale Einweggeräte weiterhin ungehindert konsumiert und unkontrolliert entsorgt werden, bleibt das Verbot wirkungslos und entfaltet lediglich Wirkung im legalen Markt. Um jedoch insgesamt einen relevanten Beitrag zur Reduzierung von Elektroschrott sowie zu einem verbesserten Jugend- und Verbraucherschutz zu leisten, ist die parallele Eindämmung illegaler Strukturen zwingend erforderlich.

Einweg-Vapes spielen im legalen Markt kaum noch eine Rolle

Für den etablierten E-Zigaretten-Fachhandel haben diese Produkte ohnehin nur geringe Relevanz, da dort bereits seit Jahren auf nachhaltige, wiederverwendbare und nachfüllbare Systeme gesetzt wird. Im letzten Jahr ist der Absatz von Einweg-E-Zigaretten auf dem legalen Markt um 80 bis 100 Prozent zurückgegangen. Einwegprodukte spielen dort praktisch keine Rolle.

Stattdessen setzt man auf moderne, wiederverwendbare Systeme, die sowohl den Erwartungen der Konsumenten als auch den Anforderungen an Nachhaltigkeit besser entsprechen. Der Fachhandel trägt diese Entwicklung aktiv mit und ist nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung.

Das eigentliche Problem ist der wachsende Schwarzmarkt

Bereits heute stammt ein Großteil der Einweg-E-Zigaretten vom Schwarzmarkt. Monatlich gelangen Millionen illegaler Produkte nach Deutschland, ohne Qualitäts- und Sicherheitskontrollen, ohne Steuerabgaben und ohne Einhaltung von Jugendschutzvorgaben.

Der Schwarzmarkt ist nachweislich fest in den Händen der organisierten Kriminalität, wie zahlreiche Berichte von Zoll- und Ordnungsbehörden zeigen. Ein Verbot legaler Produkte wird diese Strukturen nicht beseitigen, sondern ihnen zusätzlichen Auftrieb geben. Der illegale Handel ist zudem der Hauptverursacher von Jugendschutzverstößen. Diese Verstöße werden jedoch in der öffentlichen Wahrnehmung häufig der gesamten Branche angelastet. Dadurch gerät insbesondere der verantwortungsbewusst agierende Fachhandel zunehmend unter Druck, obwohl er strenge Alterskontrollen durchführt und alle gesetzliche Vorgaben einhält.

Vielen Konsumenten ist nicht bewusst, dass der Kauf illegaler Einweg-Vapes indirekt schwerste Straftaten finanziert, von organisiertem Betrug über Waffen- bis hin zu Menschenhandel. Statt eindimensionaler Verbote braucht es daher Aufklärung darüber, dass es sich um illegale Produkte handelt und welche gesellschaftlichen Folgen ihr Kauf hat.

Forderung des Verbands

Solange neue Gesetzesvorhaben nicht von einer spürbaren und wirksamen Eindämmung des Schwarzmarktes begleitet werden, lehnen wir diese ab.

Erforderlich sind stattdessen, die Durchsetzung bestehender Gesetze, konsequente Kontrollen, eine wirksame Strafverfolgung, sowie eine gezielte Verbraucheraufklärung und die Stärkung des legalen Handels.