EU-Kommission veröffentlicht Evaluierungsbericht zur Tabakproduktrichtlinie (TPD2)

Eine fehlgeleitete Grundlage für zukünftige Regulierung

Die Europäische Kommission hat heute ihren Evaluierungsbericht zur TPD2 vorgelegt. An der Konsultation dazu hatten sich sowohl der Verband des eZigarettenhandels (VdeH) als auch zahlreiche Konsumenten und Konsumentenverbände beteiligt.

Dieser Bericht wird als zentrale Grundlage für die geplante Überarbeitung der Richtlinie (TPD3) dienen, mit potenziell weitreichenden Folgen für Konsumenten, Handel und die öffentliche Gesundheit in ganz Europa.

Aus Sicht des VdeH ist bereits jetzt klar: Der Bericht weist schwerwiegende und grundlegende Mängel auf und wird den Anforderungen an eine evidenzbasierte, ausgewogene und transparente Bewertung nicht annähernd gerecht.

Statt einer objektiven Analyse folgt die Bewertung weitgehend bekannten ideologischen Narrativen und Positionen internationaler Anti-Tabak-Organisationen. Sämtliche positive Entwicklungen und wissenschaftliche Erkenntnisse, insbesondere zur Rolle rauchfreier Alternativen für erwachsene Raucher, werden systematisch ausgeblendet, völlig verzerrt dargestellt oder als Narrativ der Industrie verunglimpft.

Besonders kritisch ist, dass:

  • wissenschaftliche Evidenz zur Schadensminderung nicht berücksichtigt wird,
  • Stimmen von Konsumenten entweder ignoriert oder als „lobbygesteuert“ diskreditiert werden,
  • wirtschaftliche Auswirkungen auf mittelständische Unternehmen, Existenzen und Arbeitsplätze unberücksichtigt bleiben,
  • und einseitig geprägte Anti-Tabak-NGOs maßgeblich an der Erstellung des Berichts beteiligt waren.

Die Kommission verstößt gegen ihre eigenen Grundsätze und Standards, wonach eine solche Überprüfung unparteiisch, transparent und evidenzbasiert erfolgen muss. Sie stellt sämtliche neue Nikotinprodukte pauschal als Risiko dar, ignoriert wissenschaftliche Evidenz und zeichnet ein einseitig verzerrtes Bild.

Diese einseitige Bewertung ist umso problematischer, da sie nun die politische Grundlage für die nächste Regulierungsstufe bildet. Es besteht dadurch die ernsthafte Gefahr, dass mit der kommenden TPD3 bisherige Fehlentwicklungen weiter verstärkt werden. Dies hätte negativen Konsequenzen für erwachsene Konsumenten und den legalen Fachhandel. Konkret könnte dies dazu führen, dass Raucher davon absehen auf risikoreduzierte Produkte umzusteigen, weiter Rauchen und sich somit weiterhin der erheblichen Belastung von Tabakrauch aussetzen. Dies ist nicht nur gegen jede Vernunft, es gefährdet auch das Leben Millionen von Rauchern in der EU.

Der VdeH warnt daher eindringlich vor einer Regulierung, die sich nicht an wissenschaftlicher Evidenz, sondern an ideologischen Narrativen orientiert. Eine zukunftsfähige Tabakpolitik muss differenzieren, Risiken realistisch bewerten und praktikable Lösungen bieten, statt pauschaler Verbote und der überholten Forderung nach absoluter Abstinenz.

In den kommenden Tagen wird der VdeH die zentralen Kritikpunkte am Evaluierungsbericht detailliert aufarbeiten und öffentlich einordnen. Es ist jetzt entscheidend, dass die weitere politische Diskussion auf Fakten basiert, nicht auf ideologisch geprägter Desinformation.


Quelle

Europäische Kommission – Pressemitteilung vom 2. April 2026 – Commission evaluation of the EU tobacco control framework