Friedberg: Illegaler Vape-Handel unter Jugendlichen nimmt zu

Immer häufiger geraten illegale E-Zigaretten in den Fokus, die unter Jugendlichen im Umlauf sind. Besonders problematisch dabei: Viele dieser Produkte stammen offenbar nicht aus dem regulierten Fachhandel, sondern aus illegalen Online-Quellen oder werden direkt unter Jugendlichen weiterverkauft.

Ein aktueller Medienbericht aus Friedberg zeichnet ein alarmierendes Bild. Dort beobachtet der städtische Streetworker Maximilian Hengge seit längerer Zeit, dass sogenannte „XXL-Vapes“ unter Jugendlichen stark verbreitet sind. Teilweise haben diese Geräte deutlich höhere Liquidmengen und Nikotingehalte, als in der EU zulässig.

Trotz strenger gesetzlicher Vorgaben in Deutschland, darunter eine maximale Tankgröße von zwei Millilitern, begrenzte Nikotingehalte sowie klare Altersbeschränkungen, gelangen zunehmend illegale Produkte in Umlauf, die diese Regelungen gezielt umgehen. Teilweise werden diese online ohne wirksame Altersprüfung bestellt und anschließend unter Jugendlichen weiterverkauft.

Besonders kritisch ist dabei die zunehmende Professionalisierung dieser Strukturen. Laut dem Bericht decken sich einzelne Jugendliche gezielt mit größeren Mengen illegaler Produkte ein, um sie anschließend gewinnbringend an Mitschüler oder Freunde weiterzuverkaufen. Der illegale Handel verlagert sich damit zunehmend direkt auf Schulhöfe und in das persönliche Umfeld der Jugendlichen.

Hinzu kommt, dass bei illegal importierten Produkten oft völlig unklar ist, welche Inhaltsstoffe tatsächlich enthalten sind. Anders als regulierte Produkte unterliegen sie keiner verlässlichen Kontrolle oder Registrierung.

Der Fall aus Friedberg zeigt beispielhaft, wie tief illegale Vapes inzwischen im Alltag vieler Jugendlicher angekommen sind. Gleichzeitig wird deutlich, dass hinter dem wachsenden Angebot längst nicht mehr nur vereinzelte Verkäufer stehen, sondern ein immer größer werdender Schwarzmarkt mit unterschiedlichsten Vertriebsstrukturen.

Oliver Pohland, Geschäftsführer des VdeH, erklärt: „Der Schwarzmarkt breitet sich rasant aus, von Jugendlichen, die untereinander illegal weiterverkaufen, bis hin zu organisierten Banden, die Millionen dieser Produkte nach Deutschland schleusen. Wenn jetzt nicht konsequent gehandelt wird, droht eine Entwicklung, die irgendwann nicht mehr beherrschbar sein wird.“


Über die Jugendschutzkampagne des VdeH

Seit seiner Gründung im Jahr 2011 gehört die Verpflichtung unsere Produkte nur an erwachsene Personen abzugeben zur Satzung des VdeH. Im Jahr 2019 hat sich der VdeH zudem mit einem Werbekodex verpflichtet, auf den Einsatz von Comicfiguren oder ähnlichen Motiven, die das Interesse von Kindern und Jugendlichen wecken könnten, vollständig zu verzichten.

Mit unserer aktuellen Jugendschutzkampagne, an der sich auch der Fachhandel beteiligt, wollen wir das öffentliche Bewusstsein stärken und das Thema Jugendschutz branchenübergreifend in den Fokus rücken.

Durch die erhöhte Aufmerksamkeit bei Medien, Behörden, Politik und Eltern, hoffen wir, dass der Druck auf die Marktteilnehmer wächst, die das Thema Jugendschutz bisher nicht ernst genommen haben


Quelle

Friedberger Allgemeine vom 15. Mai 2026 – „Schwarzmarkt für illegale Vapes unter Schülern floriert“