Rauchbedingte Krankheiten sind nicht auf das Nikotin zurückzuführen, sondern auf andere Bestandteile des Tabakrauchs

Nikotin nicht für Raucherkrankheiten verantwortlich

Eine Studie aus dem Journal PLOS Genetics hat untersucht, ob man Nikotin für die gesundheitlichen Probleme durch das Rauchen verantwortlich machen darf, oder ob vielmehr andere Bestandteile von Tabakrauch eine entscheidende Rolle spielen. Bisher war es schwierig zu unterscheiden, ob die Effekte von regelmäßigem Nikotinkonsum oder von Tabakrauch kommen, da Nikotin meist zusammen mit Tabakrauch verwendet wird. Dies hat sich jedoch mit der Verbreitung von E-Zigaretten grundlegend geändert.

Die Forscher fanden heraus, dass Nikotin nicht eigenständig für Lungen- oder Herzerkrankungen verantwortlich zu sein scheint, sondern nur kurzzeitig die Herzfrequenz erhöht. Diese Ergebnisse unterstützen frühere Befunde, die darauf hindeuten, dass Nikotin allein keine direkten gesundheitlichen Probleme verursacht. Raucherkrankheiten sind daher auch nicht auf die Nikotinexposition zurückzuführen, sondern auf andere Bestandteile von Tabakrauch.

„Viel zu lange hat sich das Bild vom ‚bösen Nikotin‘ in den Köpfen der Menschen festgesetzt. Nikotin wird fälschlicherweise vielfach mit Tabak gleichgesetzt. Lange Zeit konnte Nikotin nur in Verbindung mit Tabakzigaretten konsumiert werden, daher ist diese Denkweise zwar verständlich aber nicht korrekt“, betont Oliver Pohland VdeH-Geschäftsführer.

Pohland weiter: „Diese neue Erkenntnisse weisen eindeutig darauf hin, dass Nikotin keinen direkten Einfluss auf die Entstehung von Raucherkrankheiten hat. Verantwortlich sind vielmehr die schädlichen Bestandteile des Tabakrauchs. Diese sind beim Konsum von E-Zigaretten glücklicherweise nicht oder nur in winzigen Spuren vorhanden. Es wird daher Zeit, sowohl die Sichtweise auf Nikotin als auch die auf die E-Zigarette entsprechend der wissenschaftlichen Faktenlage anzupassen.“


Zur Quelle: PLOS Genetics