Großkontrollen in Gelsenkirchen: Illegale Vapes Teil eines lukrativen Schwarzmarkts

Im Rahmen des Projekts „Gemeinsam für Ordnung und Sicherheit“ (GeOS) sind Behörden in Gelsenkirchen verstärkt gegen Verstöße im Einzelhandel vorgegangen. Darunter vielfach auch gegen den Handel mit illegalen E-Zigaretten. Wie aus der aktuellen Jahresbilanz hervorgeht, wurden im Jahr 2025 insgesamt 409 Feststellungen registriert.

An den Kontrollen beteiligt sind neben dem Ordnungsdienst auch Zoll, Polizei, Gewerbeaufsicht und weitere Behörden. Im Fokus stehen vor allem Kioske, Shisha-Shops und arabischen Lebensmittelgeschäfte, die regelmäßig überprüft werden.

Ein zentraler Bestandteil der festgestellten Verstöße betrifft den Handel mit unversteuerten Produkten wie E-Zigaretten ohne Steuerbanderole. Insgesamt wurden 36 strafrechtlich relevante Fälle erfasst, davon 19 wegen Steuerhehlerei.

Nach Angaben der Behörden handelt es sich dabei nicht um Einzelfälle. Vielmehr zeigen die Kontrollen, dass sich der Handel mit illegalen Produkten in bestimmten Bereichen etabliert hat. Besonders bei unversteuerten E-Zigaretten sehen die Ermittler ein erhebliches wirtschaftliches Potenzial: Bereits bei kleineren Mengen lassen sich hohe Gewinne erzielen.

Neben Verstößen im Zusammenhang mit E-Zigaretten wurden auch zahlreiche weitere Unregelmäßigkeiten festgestellt, von Verstößen gegen das Lebensmittelrecht über fehlenden Jugendschutz bis hin zu Schwarzarbeit. In zwölf Fällen mussten Betriebe aufgrund schwerwiegender Verstöße sogar vorübergehend geschlossen werden.

Das Projekt GeOS besteht bereits seit mehreren Jahren und verfolgt das Ziel, durch koordinierte Maßnahmen verschiedener Behörden schneller und effektiver gegen Missstände vorzugehen. Die Kontrollen werden dabei kontinuierlich ausgeweitet und auf weitere Betriebsarten ausgeweitet.

Der Verband des eZigarettenhandels sieht in den Ergebnissen der Kontrollen eine klare Bestätigung der aktuellen Marktentwicklung.

Oliver Pohland, Geschäftsführer des VdeH, erklärt dazu: „Die Zahlen zeigen deutlich, dass der Handel mit illegalen E-Zigaretten für viele Akteure ein lukratives Geschäft ist. Gleichzeitig handelt es sich hier nicht um isolierte Verstöße, denn häufig sind solche Geschäfte in größere kriminelle Zusammenhänge eingebunden.“

Pohland betont, dass konsequente und koordinierte Kontrollen und entsprechend harte Sanktionen, bis hin zur Betriebsschließung, wichtige Bausteine im Kampf gegen den Schwarzmarkt sind.

„Die enge Zusammenarbeit verschiedener Behörden ist entscheidend, um diese Strukturen aufzudecken und wirksam zu bekämpfen. Nur so kann verhindert werden, dass sich illegale Märkte weiter verfestigen und den regulären Handel zunehmend unter Druck setzen“, so Pohland.

Der VdeH sieht in solchen Maßnahmen einen wichtigen Schritt, um den illegalen Handel einzudämmen und für faire Wettbewerbsbedingungen im Markt zu sorgen.


Über die Jugendschutzkampagne des VdeH

Seit seiner Gründung im Jahr 2011 gehört die Verpflichtung unsere Produkte nur an erwachsene Personen abzugeben zur Satzung des VdeH. Im Jahr 2019 hat sich der VdeH zudem mit einem Werbekodex verpflichtet, auf den Einsatz von Comicfiguren oder ähnlichen Motiven, die das Interesse von Kindern und Jugendlichen wecken könnten, vollständig zu verzichten.

Mit unserer aktuellen Jugendschutzkampagne, an der sich auch der Fachhandel beteiligt, wollen wir das öffentliche Bewusstsein stärken und das Thema Jugendschutz branchenübergreifend in den Fokus rücken.

Durch die erhöhte Aufmerksamkeit bei Medien, Behörden, Politik und Eltern, hoffen wir, dass der Druck auf die Marktteilnehmer wächst, die das Thema Jugendschutz bisher nicht ernst genommen haben


Quelle

Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) vom 29. März 2026 – „Das ist kein Pipifax!“: Warum unversteuerte Vapes ein dickes Geschäft sind