Braunschweig: Zoll entdeckt illegale Herstellung und Vertrieb unversteuerter E-Zigaretten-Liquids

Bei einer Kontrolle eines Tabakwarengeschäfts in Braunschweig hat die Kontrolleinheit Verkehrswege des Hauptzollamts Braunschweig am 17. Dezember 2025 umfangreiche Verstöße festgestellt. Die Einsatzkräfte entdeckten knapp 50 Liter unversteuertes Liquid für E Zigaretten ohne Steuerzeichen sowie 83 leere Behältnisse, die bereits zur Befüllung vorbereitet waren.

Die teilweise handschriftlich beschrifteten Behälter, zusammen mit aufgefundenen Dosierspritzen und weiterem Zubehör, deuten darauf hin, dass in dem Geschäft nicht nur illegal gehandelt, sondern auch selbst hergestellt wurde. Das unversteuerte Liquid wurde sowohl hinter dem Verkaufstresen als auch im angrenzenden Lagerraum gefunden. Ein Teil der Verpackungen wies zudem ein bereits abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum auf.

Während der laufenden Maßnahme verließ der Geschäftsinhaber den Laden und entfernte sich mit einer Straßenbahn vom Kontrollort. Er wurde kurze Zeit später durch eine Zollstreife zurückgebracht, da seine Anwesenheit während der Maßnahme erforderlich war.

Gegen den 68-jährigen Inhaber wurde ein Strafverfahren wegen Steuerhehlerei eingeleitet. Der Zoll setzte zudem Tabaksteuer in Höhe von rund 12.500 Euro fest. Da der Geschäftsinhaber geschäftsmäßig handelte, kann ihn eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren Haft erwarten. In minder schweren Fällen liegt die Strafandrohung bei einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe. Über das konkrete Strafmaß entscheidet das zuständige Gericht.

Oliver Pohland, Geschäftsführer des VdeH betont: „Solche Praktiken gefährden Verbraucher erheblich, umgehen jede Qualitätskontrolle und entziehen dem Staat wichtige Steuereinnahmen. Der VdeH fordert seit Langem konsequente Kontrollen und eine konsequente Durchsetzung der bestehenden Gesetze, um den Schwarzmarkt wirksam zurückzudrängen.“

Schwarzmarkt wächst 2025 weiter rasant – Steuerausfälle in Milliardenhöhe

Trotz zahlreicher Sicherstellungen und Erfolge von Zoll und Strafverfolgungsbehörden ist der Schwarzmarkt im Jahr 2025 weiter deutlich gewachsen. Branchenschätzungen gehen davon aus, dass dem Staat allein in diesem Jahr mehr als 1,2 Milliarden Euro an Steuereinnahmen entgangen sind.

„Die hohe Zahl an Kontrollen und Aufgriffen zeigt zwar die zunehmende Aktivität der Behörden, macht aber zugleich das Ausmaß des Problems deutlich. Der illegale Handel agiert zunehmend professionell, international vernetzt und nutzt bestehende Vollzugsdefizite gezielt aus. Ohne eine konsequente Durchsetzung der geltenden Gesetze und deutlich intensivere Kontrollen droht sich diese Entwicklung weiter zu verschärfen“, so Pohland.


Über die Jugendschutzkampagne des VdeH

Seit seiner Gründung im Jahr 2011 gehört die Verpflichtung unsere Produkte nur an erwachsene Personen abzugeben zur Satzung des VdeH. Im Jahr 2019 hat sich der VdeH zudem mit einem Werbekodex verpflichtet, auf den Einsatz von Comicfiguren oder ähnlichen Motiven, die das Interesse von Kindern und Jugendlichen wecken könnten, vollständig zu verzichten.

Mit unserer aktuellen Jugendschutzkampagne, an der sich auch der Fachhandel beteiligt, wollen wir das öffentliche Bewusstsein stärken und das Thema Jugendschutz branchenübergreifend in den Fokus rücken.

Durch die erhöhte Aufmerksamkeit bei Medien, Behörden, Politik und Eltern, hoffen wir, dass der Druck auf die Marktteilnehmer wächst, die das Thema Jugendschutz bisher nicht ernst genommen haben


Quelle

Hauptzollamt BraunschweigPresseportal vom 23. Dezember 2025