Jugendschutz in Worms: 70 Prozent der Verkaufsstellen verstoßen gegen die Regeln

Bei Testkäufen der Polizei Worms wurden erhebliche Verstöße gegen den Jugendschutz festgestellt. In 17 von 24 Geschäften konnten minderjährige Testkäufer ohne jede Alterskontrolle Produkte erwerben, für die klare Altersgrenzen gelten.

Ein Schwerpunkt der Kontrolle lag auf E-Zigaretten, da der Polizei zuvor vermehrt Hinweise auf Verstöße gemeldet worden waren. In einem Kiosk in der Wormser Innenstadt verkaufte ein Händler den Jugendlichen sogar Vapes mit extrem überhöhtem Nikotingehalt und ohne Steuerbanderole.

Einer der Verkäufer reagierte bei der Kontrolle stark aufbrausend und verweigerte mehrfach die Angabe seiner Personalien. Erst nach der Androhung einer erkennungsdienstlichen Behandlung gab er seine Daten an. Ihn erwarten nun gleich zwei Anzeigen.

Die Beamten fanden zudem weitere unversteuerte Tabakwaren sowie gefälschte Kopfhörer, die in Hohlräumen der Wände versteckt waren.

Sichergestellte Tabak- und Nikotinprodukte/ Quelle: Polizeidirektion Worms

Oliver Pohland, Geschäftsführer des VdeH, betont: „Wenn in 70 Prozent der Fälle Minderjährige ohne jede Kontrolle an Vapes gelangen, ist das ein schockierendes Ausmaß. Wieder zeigt sich, dass vor allem Kioske und kleine Läden negativ auffallen, nicht der spezialisierte Fachhandel.“

„Wer bewusst gegen geltendes Recht verstößt und den Jugendschutz ignoriert, muss spürbare Konsequenzen erwarten, bis hin zum Entzug der Gewerbeerlaubnis im Wiederholungsfall“, so Pohland weiter.


Über die Jugendschutzkampagne des VdeH

Seit seiner Gründung im Jahr 2011 gehört die Verpflichtung unsere Produkte nur an erwachsene Personen abzugeben zur Satzung des VdeH. Im Jahr 2019 hat sich der VdeH zudem mit einem Werbekodex verpflichtet, auf den Einsatz von Comicfiguren oder ähnlichen Motiven, die das Interesse von Kindern und Jugendlichen wecken könnten, vollständig zu verzichten.

Mit unserer aktuellen Jugendschutzkampagne, an der sich auch der Fachhandel beteiligt, wollen wir das öffentliche Bewusstsein stärken und das Thema Jugendschutz branchenübergreifend in den Fokus rücken.

Durch die erhöhte Aufmerksamkeit bei Medien, Behörden, Politik und Eltern, hoffen wir, dass der Druck auf die Marktteilnehmer wächst, die das Thema Jugendschutz bisher nicht ernst genommen haben


Quelle

Polizeidirektion WormsPresseportal vom 25. November 2025